Das Brötchen – der kleine, beliebte Bruder vom Brot!

Hätten Sie gedacht, dass Brötchen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts reine Luxusartikel waren? Sich das vorzustellen fällt in der Tat schwer. Doch die traditionelle Herstellung der Backware ist langwierig, war aber anfangs noch sehr viel aufwendiger und mühseliger. Das spiegelte sich zum Leidwesen der Bürger in sehr hohen Preisen wider.

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Wenn überhaupt, sparte man sich den Genuss von Brötchen für die Wochenenden auf. Während der Kaiserzeit warteten sogar viele Bürgerinnen und Bürger mit Ungeduld auf hohe Feiertage, da sie sich noch nicht mal an normalen Wochenenden den Luxus des Brötchens leisten konnten. An Feiertagen, aber vor allem zum Geburtstag des Kaisers, wurden seine Gesandten durch das ganze Land geschickt, um in allen Gemeinden Brötchen zu verteilen. So entstand der Überlieferung nach auch der Name „Kaisersemmel“ oder aber „Kaiserbrötchen“, der in einigen Regionen Deutschlands – so auch bei Kamps - immer noch verwendet wird.

Erst mit durchdachten technischen Hilfsmitteln, wie z. B. zum schnelleren Teigkneten, wurde das Brötchen endlich günstiger. Der Trend des Frühstücksbrötchens setzte sich weiter durch, weil sich der Durchschnittsbürger nun häufiger diese kleine Backware leisten konnte. Eigentlich begann erst mit der fortschreitenden technischen Entwicklung die „richtige“ Erfolgsgeschichte des Brötchens.

Mittlerweile sind Brötchen nicht mehr aus unserem Alltag weg zu denken. Sie gehören einfach auf jeden gut gedeckten Frühstückstisch. Und keiner mag sich wohl vorstellen wollen, wenn das Brötchen immer noch ein Luxusartikel wäre...

Übrigens, das erste bekannte Brötchen wurde von einem Archäologenteam in der ausgebuddelten Stadt „Myrakeleiion“ versteinert durch einen Vulkanausbruch gefunden. Dieses datierten die Wissenschaftler auf das Jahr 391 vor Christus. Somit sind die Afghanen die ersten Brötchenbäcker. Leider verliert sich seitdem die Spur der kleinen Backware und die Geschichte kann erst wieder seit der Kaiserzeit verfolgt werden.

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