Ganz weit nah

Es ist schön, wenn man Dinge hat, die von ganz, ganz weit weg sind. Ich habe zuhause zum Beispiel ein kleines Auto. Es ist aus Südafrika und war früher einmal eine Limonadendose. Es hat keine Fenster und auch die Räder sind mehr kantig als rund. Aber trotzdem liebe ich dieses Auto. Denn immer wenn ich es sehe, denke ich an die endlosen Stunden Autofahrt durch ein wunderschönes Land mit wunderbaren Menschen.

Genauso ist es mit der riesigen Matrjoschka, die jetzt im Kinderzimmer steht und die ich zur Freude meines Sohnes stundenlang zu immer kleiner und kleiner und dann wieder größer und größer werdenden Mütterchen schraube. Dann sind sie wieder da, die Bilder von Moskau, von dieser riesigen Stadt mit den riesigen Straßen und den riesigen Häusern und den kleinen Mütterchen, die davor sitzen und aussehen, als kämen sie aus einer anderen Zeit.

Bei manchen Dingen ist es mir aber wichtig, dass sie von ganz, ganz nah kommen. Gemüse zum Beispiel und Rohstoffe, die vom Niederrhein kommen und hier zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Bei diesen Dingen möchte ich nicht, dass sie auf Reisen gehen und die ganze Welt sehen, bevor sie dann bei mir auf dem Teller landen. Ich möchte das Beste aus der Region.

Denn dann habe ich etwas auf das ich mich freuen kann, wenn ich mal wieder von zuhause ganz, ganz weit weg bin.